Schützenverein Groitzsch 1735/1991 e.V.

für Mitglieder

Die Entwicklung unseres Vereins hat ihren Ursprung schon im späten Mittelalter. Bereits in den Hussittenkriegen kämpften die tapferen Groitzscher mit, doch erst am 18.05.1735 wurde die erste Schützenkompanie gegründet. Diese bestand aus 40 Schützen. Die erste Fahne bekam der Verein bereits 6 Jahre später, nun schon seit 1739 in einem neuen und vor allem größeren Schützenhaus, welches durch König Friedrich August bewilligt wurde. Durch das gesunde Gesellschaftsleben stieg die Mitgliederzahl bis 1797 auf über 100 Mann an, welche sich dann jedoch in die Musketiere und die Grenadiere teilten. Das Schützenfest erfreute sich zu dieser Zeit bereits großer Beliebtheit. 1860 beschloss man erneut ein neues Schützenhaus zu bauen. Anlässlich des 150 jährigen Bestehens der Schützenorganisation wurde durch die Frauen eine neue Fahne gestiftet. Als Uniform diente ab 1868 eine Jägeruniform. Das Schützenfest als Volksfest bildete einen Höhepunkt im Leben der Bürger. Am 02.10.1934 erhielt der Groitzscher Schützenverein die Bezeichnung „Privilegierter Schützenverein zu Groitzsch e.V.“. Mit glamourösen Festlichkeiten wurde das 200jährige Jubiläum 1935 begangen, doch durch den zweiten Weltkrieg nahm das Vereinleben etwas ab und nach dem Krieg wurde der Schützenverein verboten. Viele Erinnerungen an den Verein wurden vernichtet, die Waffen abgegeben.
 

 

 Bild vom Schützenfest 1935
 
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands fanden sich jedoch im Sportlerheim Groitzsch am 08.11.1991 10 spätere Schützen zusammen und gründeten den Verein erneut. Leider musste dabei erneut von vorn mit der Organisation und dem Erfahrungen sammeln begonnen werden, da die Reliquien alter Zeiten nicht mehr vorhanden waren. Bereits am 27.02.1992 wurde der neue Schützenverein dann in Borna offiziell beim Kreisgericht eingetragen. Nach viel Arbeit konnte 1993 das erste Schützenfest seit mehr als 50 Jahren durchgeführt werden. Eine neue Fahne wurde durch den neuen Kommandanten Günter Bernstein gespendet. Die Mitgliederzahl stieg daraufhin ständig weiter an. So verzeichnete der Schützenverein 1995 bereits 55 Mitglieder. Als Schießstand diente ab 1993 ein Gebäude in der Richard-Wagner-Straße. Dieser bestand aus 4 10m-Bahnen für Luftgewehr und –pistole. Der Mietvertrag für diese Räumlichkeiten lief jedoch im Juni 1996 aus. Der neue Schießstand wurde in der Bergstraße eingerichtet. Gemeinsame Aktionen wie die Teilnahme der Groitzscher Schützen am Faschingsumzug oder das Bauen einer Vereinskanone im Jahre 1997 schweißten die Mitglieder enger zusammen. Auch ein neuer Vogelschießstand konnte 1998 eingeweiht werden. Der erste Vogelkönig wurde Manfred Pöhnert. Doch leider hatte der Schützenverein Groitzsch nicht lange Glück. So musste 1998 auch schon der Schießstand in der Bergstraße verlassen werden. Man arbeitete daran einen neuen Schießstand in Großstolpen aufzubauen. Durch diesen ständigen Wechsel des Schießstandes verlor der Schützenverein an Mitgliedern. Verschiedenste Streitigkeiten mit den Behörden verhinderten den Ausbau des Schießstandes in Stolpen.
Heute besitzt der Schützenverein Groitzsch seinen Schießstand auf dem Schützenplatz Groitzsch und somit direkt auf dem als Festwiese für das Schützenfest genutzten Platz. Auch dort existieren heute wieder 4 10m-Bahnen und 2 4m-Bahnen, welche sowohl für Luftgewehr als auch für Luftpistole genutzt werden können. Das alljährliche Schützenfest begeistert immer noch jung und alt.
Obwohl durch viele Schicksalsschläge gezeichnet, führt der Verein noch heute die mehr als 250 Jahre alten Traditionen erfolgreich weiter. Mittlerweile bilden 17 Jahre ein solides Grundgerüst für die Aktivität des Schützenvereins. Viele Erfolge auf Kreis- und Landesebene bescheinigen dem Schützenverein Groitzsch eine hervorragende Arbeit. Jeder, der gern an den Traditionen oder einfach nur am Sportschießen teilnehmen möchte, kann dies im Schützenverein Groitzsch jederzeit gern tun.
 

Der Dank für die Erstellung einer doch recht ausführlichen Vereinchronik und diesem kurzen Auszug aus dieser gebührt Schützenbruder Thomas Reimer. Dieser führt seit der Neugründung die Vereinschronik. Auf Nachfrage kann diese bei ihm eingesehen werden.